Heimische Pflanzen im Labertal
Kräuterwanderung mit Picknick beim OGV Neufahrn am 31. Juli 2010
Bei schönstem Sommerwetter machte sich 30 Frauen und Männer mit der Kräuterpädagogin Angela Marmor aus Mallersdorf-Pfaffenberg auf, die Gegend um Winklsaß zu erkunden. Eingeladen zur Kräuterexkursion mit dem Thema „Heimische Pflanzen im Labertal“ hatte der OGV Neufahrn, dessen Vorsitzender Landendinger die Anwesenden begrüßte.
Zur Einführung erfuhren die Pflanzenfreunde Interessantes über die Geologische Entstehung des Labertals, zur Besiedlung und über die Nutzung von Pflanzen als Nahrungsgrundlage für die Menschen.
Das Mädesüß und den Großen Wiesenknopf, aber auch das Indische Springkraut, das ein Neophyt in unserer Pflanzenwelt ist, bekamen die Teilnehmer als erstes zu sehen. Während das Mädesüß schon früh als Schmerz- und Fiebermittel in der Volksheilkunde bekannt war, stehe der Große Wiesenknopf in einer besonderen ökologischen Beziehung mit dem Ameisenbläuling und einer speziellen Ameisenart, so die Referentin.
Das Springkraut, das gerade blühend oft große Flächen entlang von Bächen und Flüssen säumt, habe indes als Nahrungsquelle für unsere Insektenwelt durchaus auch wertvolle Bedeutung erlangt, nachdem es durch häufige Mahd immer weniger blühende Wiesen gebe. Problematisch sei es dennoch, weil es u.a. andere heimische Pflanzen verdränge.
Zum Sammeln von frischen Kräutern für das spätere Picknick bot sich bald Gelegenheit: Spitzwegerich, eine alte Heilpflanze bei Husten, sei auch als „Wiesenpflaster“ zu verwenden, bei Insektenstichen und Auflage bei kleinen Verletzungen und außerdem ein wunderbares Wildgemüse. Die jungen und zarten Löwenzahnblätter können ebenso vielfältig in Wildkräuterrezepten verwendet werden. Den Namen „Bettsaicher“ erhielt er im Volksmund aufgrund seiner nachweislich harntreibenden Wirkung. Besonderes Interesse zeigten die Teilnehmer an den verschiedenen Pflanzen aus der Familie der Doldenblütengewächse. Giersch, Wilde Möhre, Wiesenbärenklau, Pastinak und Klettenkerbel konnten sich alle genau ansehen. „Bei dieser Pflanzenfamilie ist eine umfangreiche Artenkenntnis enorm wichtig, da es auch einige teils sehr giftige Vertreter gibt – gegessen wird nur, was man sicher kennt“, war der Hinweis der Kräuterpädagogin. Unerschrocken schritt die Kräuterfrau anschließend mitten in die Brennnesseln und pflückte einige Exemplare mit der bloßen Hand. „Mann muss nur wissen, wo man hinlangen muss“, so ihr Kommentar, „dann brennt man sich nicht,“ und erklärte, wie man anhand von Blütenstand männliche und weibliche Exemplare der zweihäusigen Pflanze unterscheiden könne. Am Ende der Wanderung wusste sie noch allerlei über die Qualitäten von Holunder zu berichten und lud die Teilnehmer zum Wildkräuterpicknick ein. Aus den gesammelten Kräutern wurden gemeinsam verschiedene Aufstriche hergestellt, auf von der Referentin selbstgebackenem Holzofenbrot und mit einem „Himmlischen Kräutertrunk“ genüsslich verspeist.
Hier sind die Rezepte der Aufstriche dazu:
Tomaten-Paprika-Käse
125 g getrocknete Tomaten, 200 g eingelegte, gegrillte Paprika, 1 Knoblauchzehe, 100 g Schafskäse, 125 g Mozzarella, 125 g Frischkäse natur, Frische Wildkräuter nach Saison, evtl. ½ TL Zucker, Chili, Pfeffer nach Geschmack
Getrocknete Tomaten mit heißem Wasser übergießen, 1 Std. stehen lassen, abseihen. Alle Zutaten zerkleinern und mit dem Käse und Gewürzen mischen. Am besten einige Stunden ziehen lassen.
Wiesen-Aufstrich
250 g Quark und 125 g Frischkäse mischen,1 Knoblauchzehe oder 1 Schalotte, 1-2 handvoll fein gehackte Wildkräuter der Saison untermischen. Mit Salz, Pfeffer und Honig abschmecken
Schafgarben-Blüten-Butter
250 g Butter mit gehackten Schafgarbenblättern und Blüten der Saison durcharbeiten, abschmecken mit Salz, Pfeffer
