Streuobstwiese

Äpfel und Birnen, Lebensraum, Artenvielfalt, Sonnenstrahlen, Apfelstrudel, gesund genießen, Apfelsaft und Dörrobst, Heu, ökologische Nische, Kraftort

Die Streuobstwiese ist Lebensraum und Heimat für Obst- und Heckengehölze, Kräuter, Insekten und Tierarten sowie allerlei weitere Lebewesen. Sie hat ihre eigene Ökologie und beherbergt nicht selten auch seltene oder vom Aussterben bedrohte Arten. Die Devise hier heißt „Schützen durch Nützen“ – über Jahrtausende lebten Menschen in Einklang mit der Natur – ohne sie zu zerstören.
Wer wissen möchte, wie gut Äpfel wirklich schmecken können, wie köstlich der Saft daraus ist und wie gut das Heu aus den Kräutern duftet, ist herzlich eingeladen zu unserer „saftigen“ Tour auf der Streuobstwiese.

An apple a day keeps the doctor away

Äpfel sind wahre „Wunderkugeln“ und aus einer vollwertig gesunden Ernährung nicht wegzudenken. Sie enthalten viel Wasser, kaum Fett, wenig Kohlehydrate und Fruchtzucker. Die zahlreich enthaltenen Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Enzyme sind Vitalstoffe, die unserem Körper zur Gesunderhaltung dienen.

Unsere Streuobstwiese war einst der Hopfengarten der in Pfaffenberg ansässigen Brauerei Stöttner, wo seit Generationen gutes Bier gebraut wird. Als man den Hopfen irgendwann nicht mehr selbst anbaute, sondern in der Hallertau bezog, wurde die Fläche vorübergehend für den Ackerbau genutzt. Wegen der Hanglage und der Tatsache, dass die Bewirtschaftung früher mit Ochsengespannen erfolgte, war dies jedoch nur von kurzer Dauer.

Das Grundstück fand einen neuen Eigentümer, der selbst veredelte Obstbäume – hauptsächlich Äpfel – pflanzte. Wohl der Tatsache, dass dieser keine Landwirtschaft sondern das Kürschnerhandwerk betrieb ist zu verdanken, dass es dieses verwunschene Kleinod noch gibt. Der Obstgarten war Nahrungsquelle – nicht mehr und nicht weniger – und wurde entsprechend bewirtschaftet. Spritzmittel jedweder Art hat dort kein Baum oder Grashalm je gesehen. Zwar wurde die Fläche über einen Zeitraum gemulcht, jedoch sind durch konsequente Heugewinnung in den letzten Jahre viele Kräuter wieder zurückgekehrt. Auch Heilpflanzen wie Schafgarbe und Johanniskraut findet man wieder in der Wiese.

Rund 40 meist alte Obstbäume sind auf der Fläche „verstreut“ – über 25 verschiedene historische Apfelsorten wie „Jakob Fischer“, „Kaiser Wilhelm“, „Roter Eiser“ oder „Winterrambur“ ergeben im Herbst einen hervorragenden Saft, teils gemischt mit Birnen z.B. der Sorte „Andenken an die Konferenz“. Auch Zwetschgen, Kirschen, Quitten und Holler findet man auf der Wiese.

Seit einigen Jahren ist der Anbau Öko-Zertifiziert. 100 % Natur – seit gedenken ohne irgendwelche chemische Behandlungsmittel. Auch für die Düngung sorgt ausschließlich der natürliche Kreislauf.

Da wir meist reichlich über den Eigenbedarf hinaus ernten können, gibt es die Köstlichkeiten von der Streuobstwiese nach Verfügbarkeit bzw. Vorbestellung auch zu kaufen:

  • Äpfel (Tafel- und Wirtschaftsobst)
  • Apfelsaft, Apfel-Birnen-Saft
  • Apfelchips
  • Apfel- und Quittengelee u.a.

Auch das Heu ist mit Ökozertifikat zu haben, da wir selbst keine Weidetiere halten.

Die Wiege des Kulturapfels steht in Kasachstan.

Das wurde erst Ende des letzten Jahrhunderts herausgefunden. Die Vorfahren unserer heute bekannten Apfelsorten stammen aus der Gegend um Alma Ata, was so viel heißt wie „Vater der Äpfel“. In den Gebirgsregionen gibt es Apfelwälder mit zigtausend Bäumen, die teils mehr als 300 Jahre alt sind. Schon früh haben sich die Menschen mit Anbau, Auslese und Züchtung von Apfelsorten beschäftigt.

Seit dem Mittelalter zählen Streuobstwiesen zu prägenden Elementen der Landschaften und waren wesentlicher Beitrag zur Ernährung der Menschen. Äpfel werden in jedem Zustand auch von zahlreichen Tierarten verspeist und dienen manch kleinen Insekten auch als Wohnung. Mit dem kultivierten Anbau von Apfelbäumen und anderen Obstgehölzen entstanden neue Lebensräume in denen sich in unseren Regionen über Jahrhunderte eine große Artenvielfalt entwickeln konnte. So findet man dort inzwischen viele seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten, sofern die Bewirtschaftung traditionell erfolgt.

Das bedeutet:
Ein- bis zweimalige Mahd der Wiese, Heugewinnung oder Beweidung – KEIN Mulchen. Fall- und Restobst wurde zur Herstellung von Bränden genutzt. Damit wurden die Flächen schonend, mehrfach und nachhaltig genutzt.

Mittlerweile hat man den ökologischen Wert dieser Flächen erkannt und Neuanpflanzungen werden wieder gefördert. Auch die genetische Vielfalt der alten Apfel-, Birnen- und anderen Obstsorten ist von großer Bedeutung. So gibt es viele Gründe für den Erhalt solcher Flächen, der viel Euphorie, Zeit und Liebe zur Natur erfordert.

Streuobstwiesen-Angebote:

  • Saftige Tour auf der Streuobstwiese mit Brotzeit und Zaubertrank
  • Apfel- /Obstsortenverkostungen zur Erntezeit
  • Obstgehölz-Schnittkurse
  • Sensen-Mäh- und Dengelkurse
  • Heuluft – Heuduft: Mithelfen beim Heuwenden – sich bewegen und tief durchatmen
  • Aktionen für Kindergruppen / Schulen / Kindergarten